Pressemitteilung Weltnierentag 2019

 

Nierengesundheit für alle und überall

Nierenerkrankung: die Belastung

Aktuellen Schätzungen zufolge leiden 850 MILLIONEN MENSCHEN WELTWEIT an Nierenerkrankungen unterschiedlicher Ursachen. Chronische Nierenerkrankungen (chronic kidney diseases, CKD) verursachen jährlich mindestens 2,4 Millionen Todesfälle und rangieren inzwischen auf Platz 6 der am schnellsten zunehmenden Todesursachen.

Die akute Nierenschädigung (acute kidney injury, AKI), ein wichtiger Treiber der CKD, betrifft weltweit mehr als 13 Millionen Menschen, und 85 % dieser Fälle finden sich in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Aufgrund einer AKI versterben jährlich schätzungsweise rund 1,7 Millionen Menschen.

Darüber hinaus tragen CKD und AKI in erheblichem Mass zur erhöhten Morbidität und Mortalität durch andere Erkrankungen und Risikofaktoren bei, darunter Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Hypertonie, Adipositas sowie Infektionen wie HIV-Infektion, Malaria, Tuberkulose und Hepatitis. Zudem sind CKD und AKI bei Kindern nicht nur mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität während der Kindheit verbunden, sondern führen auch nach der Kindheit zu medizinischen Problemen.

Herausforderungen für die Nierengesundheit: Diskrepanzen und Zugang

Trotz der zunehmenden weltweiten Belastung durch Nierenerkrankungen sind Diskrepanzen und Ungleichheiten bezüglich der Nierengesundheit noch immer weit verbreitet. CKD und AKI entstehen häufig auf dem Boden der sozialen Bedingungen, unter denen Menschen geboren werden, aufwachsen, leben, arbeiten und alt werden, darunter Armut, Geschlechterdiskriminierung, mangelnde Bildung, berufsbedingte Risiken, Umweltverschmutzung und vieles mehr.

Die Transplantation gilt als kosteneffektivste Behandlung der CKD. Sie ist allerdings mit hohen Einrichtungskosten hinsichtlich der Infrastruktur verbunden, erfordert hochspezialisierte Teams und die Verfügbarkeit von Organspendern und ist ohne Dialysezentrum nicht machbar. Physische und rechtliche Infrastrukturanforderungen sowie kulturelle Vorbehalte gegen die Organspende stellen in vielen Ländern häufig Barrieren dar, weshalb die Dialyse die Standardoption ist.

Allgemein verfügen zwar viele Länder über nationale Massnahmen und Strategien für nichtübertragbare Krankheiten, doch mangelt es oft an spezifischen Strategien für das Screening, die Prävention und die Therapie von Nierenerkrankungen. In mehr als der Hälfte (53 %) der Länder, in denen eine allumfassende Strategie für nichtübertragbare Krankheiten existiert, gibt es keine Management-Leitlinien oder -Strategie zur Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen mit CKD (weder spezifisch noch im Rahmen einer allgemeineren Strategie für nichtübertragbare Krankheiten).

Was wir fordern

Im Zentrum des diesjährigen Weltnierentags steht die Schärfung des Bewusstseins für die hohe und zunehmende weltweite Belastung durch Nierenerkrankungen und für die Notwendigkeit von Strategien zu deren Prävention und Behandlung.

„Nierengesundheit für alle und überall‟ fordert eine allgemeine Gesundheitsabsicherung (universal health coverage, UHC) für die Prävention und frühe Behandlung von Nierenerkrankungen.

Das ultimative Ziel einer UHC-Politik ist die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung, indem ein universeller, nachhaltiger und gerechter Zugang zu einer grundlegenden und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung gewährleistet wird. Dadurch wiederum können Menschen vor einer gesundheitsbedingten Verarmung geschützt werden, während die Gleichheit der Gesundheit über die sozioökonomischen Grenzen hinweg verbessert wird.

Insbesondere ruft der Weltnierentag alle dazu auf, sich in jedem Land für konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Nierengesundheit einzusetzen:

  • Förderung eines gesunden Lebensstils (Zugang zu sauberem Wasser, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, Eindämmung des Tabakgebrauchs). Viele Arten von Nierenerkrankungen können vermieden, hinausgezögert und/oder beherrscht werden, wenn geeignete Präventionsmassnahmen in Kraft sind.
  • Das Screening auf Nierenerkrankungen zu einer Intervention der Primärversorgung machen, wozu auch der Zugang zu Nachweismethoden (z. B. Blut- und Urintests) gehört. Das Screening für Hochrisikopersonen sowie eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind kosteneffektive Massnahmen, um terminale Nierenerkrankungen zu vermeiden bzw. hinauszuzögern.
  • Sicherstellen, dass Nierenpatienten die benötigte gesundheitliche Grundversorgung erhalten (z. B. Einstellung von Blutdruck und Cholesterinwerten, wesentliche Medikationen), um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern, ohne finanzielle Härten zu erleiden.
  • Forderung einer transparenten Politik, die den gerechten und nachhaltigen Zugang zu erweiterten Gesundheitsleistungen (z. B. Dialyse und Transplantation) regelt und einen besseren finanziellen Schutz (z. B. Zuschüsse) ermöglicht, sobald mehr Ressourcen zur Verfügung stehen. Die Überwindung von sozioökonomischen Grenzen und die Ausweitung des Zugangs zu umfassenden, den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werdenden Leistungen sind von entscheidender Bedeutung, um eine gerechte Versorgung von Nierenpatienten auf hohem Qualitätsniveau zu gewährleisten.

 

Schliessen Sie sich unserer Forderung nach Nierengesundheit für alle und überall an!

 

Pressekontakte:

Sophie Dupuis                                                   Pia Tamm

World Kidney Day Campaign Manager          Press Officer, Ogilvy Public Relations

Email: sophie@worldkidneyday.org              Email :pia.tamm@ogilvy.com

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