Die Peritonealdialyse

Wie funktioniert die Peritonealdialyse?

Die Peritonealdialyse (PD) nutzt das Bauchfell (Peritoneum), eine natürliche Membran, die den Bauchinnenraum auskleidet. Diese Membran besitzt winzige Öffnungen und dient als Filter. Abfallprodukte und Flüssigkeit können damit aus dem Körper entfernt werden.

  • Ein Katheter – ein kleiner, weicher Kunststoffschlauch – wird im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffs in den Bauchraum eingesetzt. Etwa 15 cm dieses Schlauches ragen aus dem Bauch heraus und werden unter Ihrer Kleidung getragen. An diesen Schlauch, auch Peritionealdialyse-Katheter genannt, werden die Beutel mit Dialyselösung angeschlossen.
  • Die Dialyselösung fliesst über diesen PD-Katheter in die Bauchhöhle.
  • Bei der PD läuft der Dialyseprozess im Bauchraum des Patienten ab, und eine natürliche Membran, das Peritoneum, dient als Filter. Das Blut fliesst durch Blutgefässe im Bauchfell an den Öffnungen vorbei, und Wasser und Giftstoffe können durch diese Öffnungen leicht hindurchwandern. Während der PD dient der Bauchraum als Reservoir für die Dialyselösung.

Die drei Phasen der Peritonealdialyse

  1. Die Bauchhöhle wird über den PD-Katheter mit 1.5 bis 3 Liter Dialyselösung gefüllt.
  2. Die Dialyselösung verbleibt im Bauchraum und ermöglicht damit den Dialysevorgang (Blutreinigung).
  3. Der Patient lässt die ‚benutzte’ Lösung, welche nun Wasser und Gift- bzw. Abfallstoffe enthält – die normalerweise in den Urin übergegangen wären – aus dem Bauchraum abfliessen und entsorgt sie.

PD-Fachpersonal wird Sie in der Durchführung der Peritonealdialyse schulen und Ihnen damit ermöglichen, diese auch zu Hause sicher und erfolgreich durchzuführen. Den meisten Menschen fällt dies leicht und sie beherrschen das Verfahren innerhalb weniger Tage. Falls Sie Fragen oder Schwierigkeiten haben, können Sie jederzeit telefonisch einen Arzt oder das Pflegepersonal erreichen. Alle vier bis sechs Wochen werden Sie zu einem Besuch in Ihrem Spital oder bei Ihrem Nephrologen aufgefordert.

Wer ist für die Peritonealdialyse geeignet?

Die meisten Patienten mit Nierenversagen können mit Peritonealdialyse therapiert werden. Bei bestimmten medizinischen Kontraindikationen, wie etwa ein früher chirurgischer Eingriff im Bauchraum, könnte es schwierig werden, eine PD durchzuführen.

Inwiefern beeinflusst die Peritonealdialyse Ihr Leben?

Die meisten Menschen schätzen die Flexibilität und Unabhängigkeit, die Ihnen die Peritonealdialyse bietet. PD-Patienten können ein ganz normales Leben führen. Den Behandlungszeitplan können Sie individuell an Ihren Tagesablauf in der Arbeit, der Schule oder an Reisezeiten anpassen.

Peritonealdialyse-Zugang

Für eine Peritonealdialyse wird ein Zugang zur Bauchhöhle benötigt. Hierzu wird bei einem kleinen chirurgischen Eingriff unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose ein weicher Kunststoffschlauch in den Bauchraum implantiert. Diesen Schlauch nennt man Peritonealdialyse-Katheter (PD-Katheter). Dieser Katheter dient als permanenter Zugang zu Ihrer Bauchhöhle.

Normalerweise wird der Katheter etwas unterhalb und seitlich des Bauchnabels platziert. Ihr Arzt bzw. Pflegepersonal legt nach Rücksprache mit Ihnen die exakte Stelle für die Katheter-Austrittsstelle so fest, dass Sie diese einfach und gut unter Ihrer Kleidung verbergen können. Die Katheter-Ausstrittsstelle wird normalerweise mit einem Verband geschützt.