Die Nierentransplantation

Nach einer erfolgreichen Nierentransplantation benötigt der Patient keine Dialyse mehr. Die Transplantation ist wirksamer als die Hämo- oder Peritonealdialyse, da sie der normalen Funktion von gesunden Nieren am nächsten kommt.

Eine erfolgreiche Nierentransplantation ist 10 Mal effektiver als eine Dialyse. Transplantationspatienten müssen weniger Einschränkungen hinnehmen und erreichen eine bessere Lebensqualität als Patienten, die eine Dialyse benötigen. Die meisten nierentransplantierten Menschen fühlen sich besser und energiegeladener als zu ihrer Zeit als Dialysepatienten.

Was ist eine Transplantation?

Eine Transplantation ist ein grosser chirurgischer Eingriff, bei dem die Niere eines Spenders in den unteren Bauchraum des Patienten implantiert (eingepflanzt) wird. Die transplantierte, gesunde Niere übernimmt danach die Aufgaben der erkrankten Nieren des Patienten.

  1) Eigene Nieren

  2) Transplantierte Niere

  3) Verbindung der
      transplantierten Gefässe

  4) Anbindung der transplantierten
      Harnröhre an die Blase


Eine gesunde Spenderniere kann aus zwei verschiedenen Quellen stammen:

  • Lebendspende: die Niere eines Familienmitglieds, Freundes oder sonstigen, nicht verwandten Spenders.
  • Niere eines kürzlich verstorbenen Organspenders.

Bei einer Lebendspende müssen verschiedene Verfahren und Untersuchungen durchgeführt werden, um herauszufinden, ob Ihr Körper die Niere des möglichen Spenders annehmen kann.

Etwa 70% aller transplantierten Nieren stammen von hirntoten Spendern.

Wie komme ich zu einer Transplantation?

Es kann viel Zeit vergehen, bis eine geeignete Niere für die Transplantation gefunden wird. Um zu prüfen, ob der Gewebetyp der Spenderniere zum Empfänger passt, sind zahlreiche Tests erforderlich. Sowohl mit dem Lebendspender als auch mit dem Empfänger werden Beratungsgespräche durchgeführt. Für Spendernieren von toten Spendern existiert eine Warteliste.

Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Warteliste, die der Reihe nach abgearbeitet wird: die Spenderniere wird dem am besten geeigneten Patienten zugewiesen, ungeachtet der Position auf der Warteliste. Die Empfänger von Transplantaten müssen Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), damit die implantierte Niere nicht abgestossen wird. Transplantat-Empfänger müssen diese Arzneimittel ihr gesamtes Leben lang einnehmen bzw. unbedingt ein ganzes Leben lang. Es kann sein, dass jüngere Patienten im Verlaufe ihres Lebens zwei oder mehr Transplantate benötigen. Versagt ein Transplantat, kann der Patient wieder auf die Dialyse zurückgreifen und auf das nächste Transplantat warten. Arbeitet die transplantierte Niere gut, muss der Patient auf keine besondere Ernährung achten. Dies kann sich ändern, wenn der Arzt feststellt, dass die Funktion der transplantierten Niere allmählich nachlässt. Da das Immunsystem von Patienten mit Spenderniere durch Arzneimittel unterdrückt ist, ziehen sie sich leichter Infektionen zu als andere Menschen. Aus diesem Grund müssen Transplantat-Emfpänger besonders gut über die Bedeutung einer gründlichen Hygiene aufgeklärt werden.

Die Operation

Im Verlauf der Operation wird die Spenderniere in Ihren Bauchraum eingesetzt. Die Operation dauert normalerweise drei bis vier Stunden. Nach dem Eingriff müssen Sie noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, die Rekonvaleszenz zu Hause dauert danach noch mehrere Wochen.

Wer kann ein Transplantat empfangen?

Nicht jeder Patient eignet sich für eine Nierentransplantation. Ihr Arzt und sein Team können ermitteln, ob eine Transplantation für Sie in Frage kommt oder in Ihrem speziellen Fall zu riskant ist bzw. zu geringe Erfolgschancen hat.

Statistik Nierentransplantationen

Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass trotz einer Zunahme der Nierentransplantationen die Warteliste stetig wächst.

Jahresbericht Swisstransplant 2010