Interview mit A.Schäfer über ihre Nierentransplantation

Interview Andrea Schäfer
Präsidentin Verband Nierenpatienten Schweiz

Anlässlich des Weltnierentags, der in diesem Jahr unter dem Motto: Sag „Ja“ zum Leben – Sag „Ja“ zur Organspende!  Steht, möchte ich dir heute Fragen zur Transplantation stellen, nicht nur  als Präsidentin des Verbandes Nierenpatienten Schweiz, sondern auch als Nierentransplantierte.

Interview mit A.Schäfer über ihre Nierentransplantation

Seit wann bist du transplantiert? War dies deine erste Transplantation?
Ich bin eigentlich seit 35 Jahren transplantiert. Ich hatte 1977 meine erste Nierentransplantation und habe im 2006 nochmals eine Niere erhalten, weil das erste Transplantat nicht mehr so gut funktionierte.

Wie lange musstest du auf eine Niere warten?
1977 war ich erst 15 Jahre alt und hatte grosse Probleme an der Hämodialyse. Dadurch kam ich als dringender Fall auf die Transplantationsliste – ich war ca. 2 Monate auf der Liste bevor ich eine Niere bekam.
Das zweite Mal war eine Hämodialyse und eine Peritonealdialyse bei mir nicht möglich und ich kam früher auf die Transplantationsliste.

Welche Gedanken oder Einstellung hat dir in dieser  Wartezeit geholfen?
Man lebt von Tag zu Tag und muss das Beste daraus machen. Wichtig  ist, dass man nicht aus dem sozialen Netz fällt.

Kannst du mir kurz über den Tag deiner Transplantation berichten?
Ja, ich kann dir über die zweite Transplantation berichten…
Ich habe immer 50% gearbeitet und meine Hobbys gepflegt. An diesem Abend war ich mit meinem Hund im Wintertraining mit dem KVS* und beim Trainingsabschluss in der Hütte als mein Natel klingelte. Man Fragte mich, ob ich gesund sei und in einer halben Stunde in Bern sein könnte. Nachdem ich beides bejahte machte ich mich auf den Weg nach Bern.
Die Kollegen vom KVS waren sehr überrascht, da sie von meiner Situation nur am Rande wussten. Nach umfangreicher Information und Betreuung wurde ich  am nächsten morgen transplantiert.
Sechs Wochen nach der Transplantation habe ich mein Training in der Wasserrettungsgruppe wieder aufgenommen.

Wie hat sich dein Leben nach der Nierentransplantation geändert? (z.B. Medikamente)
Die Medikamenteneinnahme war ich ja schon gewohnt, es sind nicht mehr Medikamente geworden sondern andere.
Das ganze Leben wird im Gesamten einfacher – man ist wieder gesund.

Wenn du dem Spender der Niere oder der Familie etwas sagen könntest wäre, das:
Man kann nichts sagen ausser: Danke!
Danke für diese weitsichtige Entscheidung!

Was möchtest du den Dialysepatienten, die auf der Warteliste stehen empfehlen?
Sie sollten nicht ihr soziales Umfeld und den Beruf aufgeben. Auch wenn es durch die Krankheit schwer fällt- eine Normalität im Leben muss bleiben.
Auch sollten sie in dieser Situation nicht nur an sich, sondern auch an ihre Familie und Angehörigen denken.

Was möchtest du der Schweizer Bevölkerung bezüglich der Organspende mitteilen?
Den Tod eines jüngeren Menschen empfindet man oft als sinnlos – eine Organspende kann jedoch helfen, dass einer anderen Familie nicht das Wertvollste genommen wird.
Wichtig ist, dass die Entscheidung für oder gegen eine Organspende mit den Angehörigen besprochen wird, denn diese müssen diese Entscheidung mittragen.

Dein Lebensmotto?
Ich hätte da zwei…
„Du sollst deinem Leben nicht Tage hinzufügen, sondern den Tagen Leben!“
und natürlich
„Don't take your organs to heaven, heaven knows, we need them here!“

*Kynologischer Verein Sensetal (KVS)