Der Alltag mit Bauchfelldialyse und wie aus der Wohnstube ein Besenbeizli wurde…

Wie Lange machen Sie schon Bauchfelldialyse?
Seit März 2010.

Haben Sie früher schon mal Hämodialyse (Blutwäsche) gemacht, oder sind Sie direkt an die Bauchfelldialyse?
Nein, Hämodialyse habe ich noch nie gemacht.

Warum haben Sie sich für die Bauchfelldialyse entschieden?
Die Ärzte sagten mir, dass die Hämodialyse nicht sehr gut für mich wäre, weil ich noch Herzkrank bin. Die Ärztin hat mich aufgeklärt, dass die Bauchfelldialyse für mich besser und schonender wäre und ich diese zuhause machen kann. Dann habe ich mich für die Bauchfelldialyse entschieden.

Sie machen jetzt tagsüber CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse/“Handwechsel“)?
Ja, dreimal am Tag einen Wechsel. Anfangs musste ich noch viermal am Tag, doch jetzt nur dreimal.

Schränkt Sie das in Ihrer Lebensqualität ein?
Ja, ein wenig schon, aber nicht stark. Ich mache die Wechsel am Morgen um 8 Uhr, um 16 Uhr und um 12 Uhr Mitternacht, das geht schon. Es kommt ja nicht darauf an, ob ich den Wechsel  5 Minuten früher oder später mache.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen aus Ihrer Stube ein  Besenbeizli zu machen?
Ich fuhr früher 23 Jahre lang auf den Markt mit Fleisch, dann mit 63 Jahren habe ich mich pensionieren lassen. Dann hat meine Frau gesagt, wir könnten doch aus unserer Stube ein Besenbeizli machen. Ich sagte ihr dann das ist doch verrückt, oder? Ich habe immer so gut auf unsere Stube aufgepasst! Sie  hat dann gesagt, dann gehe Sie einfach auswärts  arbeiten, obwohl wir das nicht nötig haben, denn meine Frau  ist 8 Jahre jünger wie ich.  Ja, dann habe ich drei viermal darüber geschlafen und gedacht es ist ja egal, wie das aussieht wenn ich mal achtzig bin. So habe ich um die Bewilligungen für ein Restaurant gefragt und sie bekommen.

So und dann hatten Sie keine Stube mehr?
Ja, keine Stube mehr. Nein, ich habe im ersten Stock schon noch eine Stube. Ja, das geht gut so. Meine Frau ist hier mit Leib und Seele Wirtin und ich helfe ihr dabei. Sie ist in einer Wirtschaft aufgewachsen und hat dies ihr Leben lang gerne gemacht. Sie ist ja auch 20 Jahre mit mir auf den Markt gefahren und nun haben wir das Besenbeizli. So hat alles angefangen.

Am Anfang konnten wir noch unseren Garten als Gartenwirtschaft benutzen, jetzt aber nicht mehr, weil es den Nachbarn zu laut war.

Was sollten Patienten die mit der Bauchfelldialyse anfangen wissen?
Mann muss ihnen genau zeigen wie es geht. So gut, wie man mir es gezeigt hat – das war tip top! Es gibt eigentlich nicht was an der Bauchfelldialyse nicht recht ist. Sonst fällt mir nichts mehr ein.

Was möchten Sie uns noch zu Thema Bauchfelldialyse sagen?
Nein, es geht sehr gut ich hatte noch nie eine Situation, bei der was nicht gut ging. Kein Beutel der kaputt ging oder Anderes. Man muss ein fach sauber arbeiten.

Und  wie ist es mit den Ferien sind die ein Problem?
Nein, nie gewesen. Weil weit weg reise ich nicht mehr, wenn dann mal nach Österreich zur Wellness aber weiter nicht.

Und wie machen Sie es mit dem Dialysematerial? Nehmen Sie das selbst mit oder lassen Sie es liefern?
Nein, das nehme ich selbst mit. Ich gehe meistens nur für 4 bis 5 Tage und da kann man es sehr gut selbst mitnehmen. Ich bin dann im Hotel und das ist kein Problem.

Also was ich noch sagen möchte, der Materialservice ist super gut. Es wird alles prompt ins Haus geliefert und anrufen kann man rund um die Uhr. Wenn ein wenig Platz da ist, habt keine Befürchtungen vor dieser Art die Niere zu ersetzen.
 

Vielen Dank für das Interview!

Elsbeth`s & Andreas Besenbeizli
Mittwoch bis Samstag ab 14.00 Uhr
Sonntag ab 10.00 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag
E.+A. Rüdisühli
9467 Frümsen SG
081 757 23 65